Seit der Unabhängigkeit von Myanmar (Burma) 1948 bis heute kämpfen ethnischen Minderheiten für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit gegen die Zentralregierung und deren Armee. Zwischendurch handeln einige von ihnen Waffenstillstände mit der Regierung aus, anderseits werden sie wieder gebrochen und die Kämpfe beginnen von neuem. Längst geht es in diesen Kriegen um Rohstoffe und um die Kontrolle von Bodenschätzen.
Die Kachin sind Christen und leben im nördlichsten Teilstaat. Am Sonntag sind die Kirchen so voll, dass gar nicht alle Leute Platz finden. Der Glaube ist längst nicht verloren obwohl entlang der Grenze zu China über 100`000 Flüchtlinge leben, vertrieben aus ihren Dörfern, seit Jahren ohne Hoffnung und ohne Zukunft.
Die Frontlinien sind schon nahe am Hauptquartier. Nur 20 Minuten entfernt und man befindet sich in den Schützengräben an vorderster Front. Die Kachin, informieren sich via Handy (Kachin News).
Auf dem Friedhof werden neue Gräber ausgegraben. Zum Zeitvertreib spielen die Bestatter mit dem Handy. Ein Soldat der tags zuvor verstorben ist wird mit allen Ehren beigesetzt. Er starb an der Front an Malaria. Behutsam lassen sie den Sarg in die Gruft gleiten, auf der die Fahne der Kachin ziert. Soldaten verneigen sich ein letztes mal vor dem Toten.